C.F. Peters Ltd & Co. KG

Correspondence

Classification
Music Publisher
Settlement
Leipzig, später Frankfurt a. M.

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1.

1.1.

Der Verlag wurde 1800 durch Franz Anton Hoffmeister und Ambrosius Kühnel in Leipzig gegründet. Ab 1880 stand er unter der Leitung von Max Abraham (1831–1900), der 1894 eine musikwissenschaftliche Spezialbibliothek, die Musikbibliothek Peters, eröffnete, die fortlaufend ergänzt und 1901 mit einem Kapital von 4.000.000 Gulden der Stadt Leipzig überantwortet wurde. Nach Abrahams Tod wurde der Verlag von seinem Neffen Henri Hinrichsen (1868–1942), der bereits seit 1891 als Prokurist mitarbeitete, als Alleineigentümer übernommen. In den Jahren 1931 bis 1933 traten die Söhne Max (1901–1965), Walter (1907–1969) und Hans-Joachim Hinrichsen (1909–1940) in den Verlag ein. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann die Verfolgung der Familie: Henri Hinrichsen, der aus Pflichtgefühl der Stadt und dem Verlag gegenüber in Deutschland blieb, ereilte nach der »Reichskristallnacht« vom 9. November 1938 das Berufsverbot. Er wurde, wie auch sein Sohn Hans-Joachim und 12 weitere Familienmitglieder, in Auschwitz ermordet. Max und Walter Hinrichsen emigrierten nach London bzw. in die USA, wo sie eigene Verlage gründeten. Nach dem Krieg übernahm der nach Deutschland zurückgekehrte Walter Hinrichsen nochmals den Verlag, musste jedoch dessen zweite Enteignung und die daraus folgende Umwandlung in den VEB Peters Leipzig erleben, die zum 1. Januar 1950 in Kraft trat. Im selben Jahr wurde im Westen der Musikverlag C.F. Peters in Frankfurt a.M. gegründet. Nach dem Mauerfall 1989 erfolgte die Zusammenführung beider Verlage.

C.F.-Peters-Verlagshaus in der Talstraße, 1900.
C.F.-Peters-Verlagshaus in der Talstraße, 1900.

1. Reger-Bezug

Reger nahm 1898 erstmals Kontakt zum Verlag auf; seine Hoffnung, dort einige Klavierstücke sowie seine erste Choralphantasie »Ein’ feste Burg ist unser Gott« op. 27 unterzubringen, wurde jedoch enttäuscht.1
Drei Jahre später wandte sich der neue Verlagsleiter Henri Hinrichsen hingegen aus eigener Initiative (wohl über Karl Peiser) an den mittlerweile bekannt gewordenen Komponist, um Orgelstücke zu erhalten (siehe Opus 59, Entstehung). Bis 1915 erschienen im Verlag insgesamt 16 Originalkompositionen Regers, die fast allesamt zu dessen “Herzblutwerken” 2 gehören. Eine weiter reichende Zusammenarbeit wurde durch einen Exklusivvertrag verhindert, der Reger von 1903 bis 1913 an den Verlag Lauterbach & Kuhn bzw. – nach dessen Verkauf 1908 – an Ed. Bote & G. Bock band. Regers ab 1907 unternommene Versuche, sich mit juristischer Hilfe aus diesem Vertrag zu lösen und für eine Zusammenarbeit mit C.F. Peters freizukämpfen, schlugen fehl. Als der Exklusivvertrag Ende 1913 abgelaufen war, verpflichtete sich Reger dann aber dem Verlag N. Simrock; 1928 erwarb C.F. Peters die dort verlegten Werke.

Mit Henri Hinrichsen verband Reger eine enge Freundschaft.


1
Reger hatte Abraham u.a. die Walzer op. 22, die Fantasiestücke op. 26 sowie die Choralphantasie »Ein’ feste Burg ist unser Gott« op. 27 angeboten. »Diese Kompositionen blieben acht Tage bei uns, wurden von Dr. Doerffel aufs gewissenhafteste geprüft, der zu dem Schluß kam, von der Erwerbung abzuraten. Dem Bach-Verehrer und „Romantikgewohnten“ 78jährigen Veteranen werden begreiflicherweise die stürmenden Klänge des Zukunftsmusikers „bedenklich“ erschienen sein.« (Elsa von Zschinsky-Troxler, Geschichte des Verlagshauses C.F. Peters von ihren Anfängen am 1. Dezember 1800 bis zum heutigen Tage 1. April 1933, Leipzig 1933, Typoskript im Verlagsarchiv C.F. Peters Leipzig, S. 39)
2
Von seinen »mit Herzblut geschriebenen« Werken spricht Reger erstmals in einem Brief vom 7. September 1907 an Henri Hinrichsen, in Peters-Briefe, S. 195.
Object reference

C.F. Peters Ltd & Co. KG, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_inst_00167.html, last check: 13th July 2024.

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