Gerard Bunk

Performer

Gender
male
Profession
organist
Birth
4th March 1888
Death
13th September 1958
MRI-Identifier
mri_pers_00696

Name
Gerard Bunk
Used Name
Gerard Bunk

References to Reger
    Performer
References to others

1.

1.1.

Gerard Bunk, geboren am 4. März 1888 in Rotterdam, erhielt ersten musikalischen Unterricht von seinem Vater, dem Musiklehrer und Chordirigenten Gerardus Cornelis Bunk, und erlernte mit 7 Jahren das Violinspiel. 1901 trat er ins Rotterdamer Konservatorium ein, nahm dort vor allem Klavierunterricht, war in dieser Zeit bereits Hilfsorganist an verschiedenen evangelischen Kirchen und übernahm 1904 seine erste ganze Organistenstelle; das Orgelspiel hatte er vorwiegend autodidaktisch erlernt. Aus dieser Zeit sind erste Kompositionen Bunks erhalten; sein vor allem bis 1925 stetig anwachsendes Werkverzeichnis enthält zahlreiche Werke für bzw. mit Beteiligung der Orgel, aber etwa auch Lieder, Chorwerke (a cappella und mit Orchester), Kammermusik, Konzerte und Orchesterwerke.

1906 setzte Bunk sein Studium bei dem Klavierpädagogen Hans Hermanns in Biefeld fort, dem er 1907 ans Bernuth’sche Konservatorium in Hamburg folgte. 1910 wurde er in der Folge seines Auftritts beim Dortmunder Reger-Fest (s.u.) Lehrer für Klavier-Ausbildungsklassen am Dortmunder Konservatorium; 1913 folgte die Übernahme des dortigen Orgelunterrichts, 1916 ein Vertrag als ständiger Solist und Begleiter des Dortmunder Orchesters.

Gerard Bunk, Postkarte, Dortmund o.J. – Max-Reger-Institut, Karlsruhe.
Gerard Bunk, Postkarte, Dortmund o.J. – Max-Reger-Institut, Karlsruhe.

1919 wurde Bunk Dirigent des Unnaer Musikvereins, 1920 Organist an der Dortmunder Petri-Kirche und 1925 Nachfolger Carl Holtschneiders an der Reinoldikirche. Bereits seit 1924 war Bunk als Interpret auch im noch jungen Rundfunk zu hören. 1930 wurde er Organist der Dortmunder Synagoge, legte dieses Amt jedoch 1933 unter unbekannten Umständen nieder. Ebenfalls 1933 begann die bis an sein Lebensende andauernde Zusammenarbeit mit dem Bielefelder Kinderchor. 1936 erhielt Bunk die Ernennung zum Kirchenmusikdirektor. Nachdem die Reinoldikirche 1944 zerstört worden war, übernahm Bunk 1952 an der Dortmunder Westfalenhalle erstmals wieder ein Organistenamt, konnte jedoch 1954 die Kirchenkonzerte an seiner alten Wirkungsstätte wieder aufnehmen. Gerard Bunk starb am 13. September 1958 in Kamen.

1. Reger-Bezug

Wohl bereits vor 1906 hatte Bunk in Konzerten von Hendrik de Vries in der Rotterdamer Kathedrale Werke Regers gehört.1 Nachdem er vermutlich am 3. März 1907 Reger bei einem Konzert in Bielefeld »schon einmal von fern gesehen hatte«,2 kam es 1910 beim Dortmunder Reger-Fest zu einer ersten Begegnung, als Bunk im Rahmen einer dem Fest vorgeschalteten »Volksaufführung«, bei der Reger auch selbst als Liedbegleiter an der Orgel auftrat, Introduction und Passacaglia d-moll WoO IV/6 spielte. Bei dieser Gelegenheit soll ihm Reger den Rat gegeben haben: “Junger Mann, spielens meine Sachen halt net zu schnell; […] spielens alles recht ruhig, auch wenns schneller dasteht!” 3 (vgl. Zur Tempowahl bei Regers Werken) Außerdem empfahl dieser ihn an Georg Hüttner, den Direktor des Dortmunder Konservatoriums (s.o.). Bunk, der bereits im Sommer 1909 in der Bielefelder Neustädter Marienkirche sechs Orgelkonzerte veranstaltet hatte, von denen eines ausschließlich den Werken Regers gewidmet war, blieb Reger auch nach dessen Tod treu: So stand etwa in den »Orgel-Feierstunden«, die er ab 1929 vierzehntägig in der Reinoldikirche gab, die Darbietung des Gesamtschaffens für Orgel von Bach und Reger im Mittelpunkt.


1
Vgl. Gerard Bunk, Liebe zur Orgel, Dortmund 1958 (2. Auflage), S. 21.
2
Gerard Bunk, Begegnung mit Max Reger, in MMRI, Heft 6 (November 1957), S. 26.
3
Ebda., S. 27.
Object reference

Gerard Bunk, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00696.html, last check: 13th July 2024.

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