Maximilian Brantl
Lyricist
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1.
1.1.
Maximilian Brantl wurde am 19 November 1881 in München als erstes Kind des Hof- und Universitätsoptikers Franz Xaver Brantl geboren.1 Aus dem Familienbesitz seiner Mutter Franziska Josefa Clara, geborene Buchner, stammte ein mehrgeschossiges Geschäftshaus direkt neben der Münchner Frauenkirche, dessen Vermietung Brantl und seinen Geschwistern von 1924 bis zur Zerstörung 1945 den Unterhalt sicherte. Seine höhere Schulbildung erlangte Brantl im humanistischen Benediktinergymnasium in Metten (Niederbayern). Bereits als Oberschüler setzte er sich mit dem Werk Friedrich Nietzsches auseinander, das ihn bis an sein Lebensende beschäftigte. 1898 erschienen erste Gedichte in Lokalblättern. Nach seinem Abitur studierte Brantl in München, Berlin und Würzburg von 1900 bis 1904 Jura und Staatswissenschaften. Er hielt sich während seines Studiums für längere Zeit zum Spracherwerb in der französischen Schweiz und in England auf und genoss eine großzügige finanzielle Versorgung durch den Vater, die er größtenteils für den Aufbau einer Privatbibliothek verwandte. In diesen Jahren fand ebenfalls die erste Auseinandersetzung mit dem Frühwerk Heinrich Manns statt, dem er 1907 Gedichte zuschickte und mit dem ihn nachfolgend eine persönliche Bekanntschaft verband. 1908 wurde Brantl an der Universität zu Würzburg promoviert und erhielt die Anwaltszulassung. Zusammen mit seinem Sozius Paul Tuchmann gründete er in München eine auf Handels- und Urheberrecht spezialisierte Kanzlei, wodurch er in den Kontakt mit zahlreichen Literaten kam, z. B. Heinrich und Thomas Mann, Klabund, Karl Kraus, Alfred Kerr sowie mit Elisabeth Förster-Nietzsche, der Schwester des Philosophen. Außerdem vertrat er als Syntikus den Schutzverband deutscher Schriftsteller, dessen Münchner Ortsgruppe er selbst von 1913 bis 1918 angehörte.
1906 veröffentlichte Brantl im Eigenverlag einen ersten Gedichtband Meeresstille und glückliche Fahrt. Es folgten unter dem Pseudonym Maximilian Brand 1908 Liebesstrophen und 1910 Von einer Toten, die bei Alfred Richard Meyer verlegt wurden. Bis 1916 veröffentlichte Brantl weiterhin auch Gedichte in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, darunter in der Schaubühne, der Jugend, der Aktion und dem Simplicissimus. Anfang 1916 wurde Brantl zum Kriegsdienst eingezogen und an ein Kriegsgericht, der Münchner Landwehr-Inspektion, abkommandiert. Die Arbeit muss ihn sehr belastet haben, denn es sind mehrere Nervenzusammenbrüche dokumentiert. Da sein Kompagnon im Krieg gefallen war, kehrte Brantl nicht mehr in seine alte Kanzlei zurück, sondern übernahm die Anwaltspraxis eines verstorbenen Kollegen in Priem am Chiemsee. Dort erwarb er 1921 ein Haus und heiratete 1922 Paula Rosa Helene Meyer, die Tochter eines Oberpostmeisters. Im selben Jahr wurde die Tochter Veronika geboren. Erst 1935 trat Brantl, der zwar Mitglied in nationalsozialistischen Berufsorganisationen wie dem Bund deutscher Juristen war, aber 1937 die Leitung der „Betreuungsstelle für unbemittelte Volksgenossen“ verlor, weil er sich weigerte in die NSDAP einzutreten, wieder literarisch in Erscheinung mit den beiden Gedichtbänden Formen des Eros. Verse aus Italien und Frühlingsfahrt nach Tirol.
Nachdem bereits 1934 ein Gedichtband nicht im Inselverlag erscheinen konnte und einige Gedichte von verschienenen Zeitschriftenredaktionen abgelehnt worden waren, begann er 1940/41 sich auf die Übersetzung (Mallarmé, D´Annunzio, Verlaine und Regnier) zu verlegen. 1945 musste Brantl neben der Zerstörung seines Elternhauses auch die vorübergehende Beschlagnahmung seines Wohnhauses in Prien durch die Aliierten erleben. 1946 und 1947 erschienen noch zwei Gedichtbände (Strophen an Gott, Laute des Eros), ansonsten lebte Brantl, der aus gesundheitlichen Gründen seine Anwaltstätigkeit aufgegeben hatte, vom Verkauf eines Teils seiner Bibliotheksbestände. In der Nachkriegszeit setzte sich Brantl nicht nur kritisch mit der Rolle von Freunden während des Nationalsozialismus auseinander und verteidigte Thomas Manns Entscheidung, nicht nach Deutschland zurückzukehren, er nahm nun auch eine sehr skeptische Haltung gegenüber der Philosophie Nietzsches ein.2 Maximilian Brantl starb am 19. November 1951 in Priem.
1.2. As lyricist
Neben Regers Lied sind keine Vertonungen von Texten Brantls bekannt.
1. Reger-Bezug
Über einen Kontakt Regers mit Maximilian Brantl ist nichts bekannt. Weder im Nachlass Brantls in der Bayerischen Staatsbibliothek in München1 noch im Max-Reger-Institut, Karlsruhe ist Korrespondenz überliefert. dokumentiert.
Object reference
Maximilian Brantl, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00893.html, version 4.0, 18th December 2025.
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