Adolfine Lingenfelder

Gender
female
Profession
singer
Birth
unknown
Death
unknown
MRI-Identifier
mri_pers_02439

Name
Adolfine Lingenfelder
Used Name
Adolfine Lingenfelder
Nickname
Ada

References to Reger
References to others

1.

1.1.

Ada Stör war die Tochter von Hofrat Dr. Johann Paul Stör († 1900), Augenarzt in Sünching bei Regensburg, und der Münchner Hofkapellsängerin Mathilde Ageron.1 Über ihren frühen Werdegang ist nichts bekannt. Für 1892 sind zwei mögliche Auftritte in Regensburg nachweisbar.2 Im August 1902 heiratete sie in München den aus Edenkoben/Pfalz stammenden Kunstmaler Eugen Lingenfelder (1862–1946),3 und den sie in seiner Zeit als Hofmaler des Fürsten von Thurn und Taxis in Regensburg kennengelernt hatte.4 In München war sie Gesangsschülerin von Sophie Röhr-Brajnin, die ab 1896 dort wirkte. Ihr erster Münchner Auftritt (wie Amalie Gimkiewicz angekündigt als Konzertsängerin) fand wohl im Mai 1903 in einem von ihrer Lehrerin veranstalteten Wohltätigkeitskonzert statt. Zu diesem Zeitpunkt ist sie im Münchner Adressbuch bereits als Gesangslehrerin eingetragen. Für die folgenden Jahre finden sich hin und wieder Hinweise auf eine Konzerttätigkeit. Theodor Kroyer goutierte 1905 “eine aus musikalischer Begabung und geistiger Bildung entspringende Vortragskunst”, Rudolf Louis stellte 1906 fest: “Die Stimme von Frau Lingenfelder hat sich seit ihrem letzten Auftreten mehr gerundet und kommt bei der natürlichen Art, mit der sie dieselbe behandelt, namentlich in dem günstigen Museumssaal recht gut zur Geltung.”5 Und 1913 attestierte ihr Ferdinand Keyfel, “sich eine ruhigere Singweise mit besserer Atemtechnik nunmehr angewöhnt” zu haben.6 Von spätestens 1916 bis 1934 firmierte sie in München als Gesangslehrerin und Konzertsängerin, wobei der Schwerpunkt auf ihrer Gesangsschule zu liegen schien. Von Eugen Lingenfelder, der am 16. Januar 1946 in Fischbach am Inn starb,7 wird berichtet, er hätte “Ende der 30er Jahre […] verwitwet, ohne Kinder und […] auf sich alleine gestellt”, in München gelebt.8


1
Verheiratet seit 5. Juli 1859 (Königlich Bayerischer Polizey-Anzeiger von München, 1859, S. 661 ). Geburt des Sohnes Georg Paul Oskar am 19. November 1860 (Regensburger Zeitung vom 14. Dezember 1860, S. 1476), Geburt des Sohnes Theodor Paul Hermann am 11. April 1862 (Regensburger Wochenblatt vom 29. April 1862, S. 151).
2
Möglicherweise war sie eine der Solistinnen eines Regensburger Musikabends des Damengesangvereins am 7. Mai 1892 (Musikalisches Wochenblatt vom 2. Juni 1892, S. 290). Und bei einem Geistlichen Konzert des Protestantischen Kirchenchors gab es “Solovorträge des Frl. Stoer” (Musikalisches Wochenblatt vom 27. Oktober 1892, S. 542).
3
Wilhelm Steigelmann (»Pfälzer Porträtist der Münchnener Schule«, Edenkobener Heimatbrief Nr. 53 [September 1982]) nennt als Stationen seiner Ausbildung: 1879–83 Kunstgewerbeschule zu München und Nürnberg, 1884 Akademie München unter Johann Leonhard Raab und Alexander Wagner, 1890–93 Städelsches Institut in Frankfurt/Main unter Franz Kirchbach. – Ab 1894 war Lingenfelder wieder in Edenkoben ansässig, lehrte jedoch von Herbst 1897 bis Mitte 1899 in den USA und Kanada.
4
Ebda.
5
Allgemeine Zeitung 109. Jg. (1906), Nr. 151 (1. April), S. 5.
6
Signale für die Musikalische Welt 71. Jg. (1913), Nr. 12 (19. März), S. 449.
7
Wilhelm Steigelmann (»Pfälzer Porträtist der Münchnener Schule«, Edenkobener Heimatbrief Nr. 53 [September 1982]) spricht von Fischbachau.
8
Herbert Hartkopf, »Eugen Lingenfelder – ein Maler der „Münchener Schule“«, Heimat-Jahrbuch 1989 des Landkreises Südliche Weinstraße 11. Jg., S. 68f.

1. Reger-Bezug

Ada Lingenfelder und Reger konzertierten wohl nur ein einziges Mal zusammen, und zwar bei einer Soirée am 17. Oktober 1903 im Palais Portia. Reger begleitete die Sopranistin bei fünf seiner Lieder. Auch wenn Lingenfelders Darbietung nicht auf ganzer Linie zu überzeugen wusste, “so bezeugt doch die ganze Art der technischen Behandlung im Zusammenhang mit einer korrekten Aussprache, daß die Künstlerin ihrer Ausbildung die volle Aufmerksamkeit widmet” (Münchner Allgemeine Zeitung). “Verschiedenes aus der Wiedergabe der größtenteils modernen Gesänge erschien auch innerlich gut erfaßt und selbständig empfunden.” (Arthur Hahn, in Münchener Zeitung)

Object reference

Adolfine Lingenfelder, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_02439.html, version 4.0, 18th December 2025.

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