Weiden, 24th June 1898

Max Reger to Caesar Hochstetter

Object type
Letter Card
Date
24th June 1898 (source)
Sent location
Weiden
Source location
privately owned

Senders
  • Max Reger
Recipients
Herrn C. Hochstädter
Tonkünstler
Wiesbaden
Karlsstraße 35 I

Incipit
Verehrtester Herr!
Zuerst sehe ich gleich, dass ich Ihren werten Namen auf der Adresse […]

Regesta
bittet den E., keinen »Nachruf« zu Regers Weggang von Wiesbaden zu verfassen • behält die wirklich guten Freunde, darunter den E., immer im besten Andenken, mit allen anderen hat er »ganz u. gar gebrochen« • besonders enttäuscht vom Cellisten der Hofkapelle [Heinrich] Geist • plant weiter nach Leipzig zu gehen und will zu gegebener Zeit um Empfehlungsschreiben bitten • ist gut angekommen und hat schon allerhand komponiert • mit bisherigem Verleger Augener »ist nicht viel anzufangen; derselbe will mit Deutschland nichts zu thun haben – u. gerade meine Werke müssen in Deutschland bekannt werden« • sucht neuen Verleger, bittet den E. um Empfehlung an den Verlag C. F. Peters
Remarks
Referenced works

Publications

Der junge Reger. Briefe und Dokumente vor 1900, hrsg. von Susanne Popp, Wiesbaden 2000 (= Schriftenreihe des Max-Reger-Instituts, Bd. XV), S. 330

Wiesbadener Leben 6 (1957)

Max Reger, Briefe zwischen der Arbeit, hrsg. von Ottmar Schreiber, Bonn 1956 (= Veröffentlichungen des Max-Reger-Instituts, Heft 3), S. 25

1.

Weiden, bayerische Oberpfalz
24. Juni 1898

2.

Verehrtester Herr!

Zuerst sehe ich gleich, daß ich Ihren werten Namen auf der Adresse falsch geschrieben habe, verzeihen Sie! Für Ihr Anerbieten betreffend Nachruf danke Ihnen bestens; es wäre mir aber lieber, wenn Sie es nicht thun würden. Ich will mit Wiesbaden absolut nichts mehr zu thun haben. Meine dortigen wirklichen Freunde, zu denen ich auch Sie zähle, behalte ich immer im besten Andenken – mit der übrigen Bagage habe ich ganz u. gar gebrochen. Ich habe hier bei meiner Ankunft nämlich solche Briefe von Leuten, die mir 1000000 mal ihre Freundschaft versichert haben, vorgefunden, daß es einem graut vor der Tatsache, daß es noch solche alles Ehrgefühls baren Menschen gibt. Und zu diesen zähle ich vor allem den Cellisten Geist von der Hofkapelle. Hoffentlich haben Sie von Ihrer Frau Gemahlin beste Nachrichten! Meine besten Wünsche dazu. Wenn ich nach Leipzig gehe, werde ich Ihnen schreiben u. mir erlauben, Sie um Empfehlungen nach dort zu bitten. Es hat aber noch gute Zeit bis dorthin. Ich bin gut angekommen, fühle mich ganz wohl, habe schon manches geschrieben. Mit Augener, meinem bisherigen Verleger, ist nicht viel anzufangen; derselbe will mit Deutschland nichts zu thun haben – u. gerade meine Werke müssen in Deutschland bekannt werden. Ich bin jetzt auf der Suche nach einem anderen, sonst gehe zu Peters. Wenn Sie vielleicht bis Montag einen Brief über mich an Peters (Dr. Abraham) schreiben wollten, wäre Ihnen sehr dankbar. Aber Sie kennen wieder eigentlich meine Sachen zu wenig, als daß es ginge.

Entschuldigen Sie meine Kürze. Bald mehr.

Mit besten Grüßen
Ihr stets ergebenster
Max Reger.

Object reference

Max Reger to Caesar Hochstetter, Weiden, 24th June 1898, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01000133.html, version 4.0, 18th December 2025.

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