München, 24th May 1902

Max Reger to Bartholf Senff

Object type
Letter
Date
24th May 1902 (source)
Sent location
München
Source location
DE,
Meiningen,
Meininger Museen,
Sammlung Musikgeschichte/Max-Reger-Archiv,
Br 038/3

Senders
  • Max Reger
Recipients
Bartholf Senff
Rossstraße 22 I
Leipzig

Incipit
Sehr geehrter Herr!
Ihr frdl. Brief vom 21. Mai a. c. ist in meinen Händen u. beeile ich mich […]

Regesta
bedauert im Augenblick keine neuen Lieder und Kammermusik zu haben, verspricht dem E. aber bald etwas zu liefern • sendet dem E. per eingeschriebenes Geschäftspapier die Burlesken op. 58 • teilt mit, dass Herr Sapellnikoff [Wassili Sapelnikow], mit dem er dieses Werk vor drei Tagen 4-händig spielte, es entzückend fand • preist sich bei dem Verlag an • schlägt 500 Mark Honorar vor, weist darauf hin, dass sich seine Honorarforderungen stets in vernünftigen Grenzen hielten • stellt die Erstellung einer von Sapellnikoff vorgeschlagenen Orchestrierung zurück • bittet um Besprechung der Werke, die der Aibl Verlag an den E. (Signale [für die Musikalische Welt]) geschickt habe, und bittet um die Zusendung von Belegexemplaren der Besprechungen • bittet, op. 58 nicht zu eng zu stechen
Remarks

Senff = Hg. der „Signale für die musikalische Welt“ Sendet als »eingeschriebenes Geschäftspapier« op. 58; in Verlag nehmen und in „Signalei“ für Verbreitung.

Referenced works
  • Sechs Burlesken op. 58

Publications

Max Reger, Briefe eines deutschen Meisters. Ein Lebensbild, hrsg. von Else von Hase-Koehler, Leipzig 1928, S. 106f.

1.

Sehr geehrter Herr! Ihr frdl. Brief vom 21. Mai a. c. ist in meinen Händen u. beeile ich mich, denselben zu beantworten. An Kammermusik u. Liedern, auf die Sie hauptsächlich reflectieren, habe ich augenblicklich nichts zu meinem größten Bedauern; aber seien Sie versichert, daß ich in Zukunft in allererster Linie da an Sie denken werde. Sie erhalten sicher Lieder u. Kammermusik!
Ich sende an Sie mit diesem Briefe als "eingeschriebenes Geschäftspapier" mein Opus 58 sechs Burlesken für Pianoforte zu 4 Händen u. hoffe, daß Sie Sich für dies Werk interessieren können. Herr Sapellnikoff, mit dem ich vor 3 Tagen op 58 spielte, äußerte sich sehr entzückt über die Burlesken!
Bei freundl. Verlagnahme meiner Werke bitte ich Sie, frdl. bedenken zu wollen, daß ich noch nicht 30 Jahre, kerngesund bin (in unserer Familie nur sehr hohe Alter sind) so daß Sie also aller menschlichen Voraussicht nach noch mindestens 60 - 70 Jahre das alleinige Verlagsrecht für die ganze Welt über die betreffenden Werke haben u. es also, wenn Sie noch in Frage ziehen, daß der Kreis meiner Anhänger stetigst in erfreulichstem Wachsen ist (vor 3 Jahren publicierte ich in Deutschland mein 1. Werk) für Sie von keinerlei Risiko sein kann, meine Werke in Verlag zu nehmen! Außerdem sind Sie ja selbst in der glücklichen Lage in den hochgeschätzten “Signalen” für Verbreitung sorgen zu können! Es ist mein Prinzip, mit meinen Herren Verlegern in freundschaftlicher Weise zu verkehren, u.[b]leibe ich in meinen Honoraransprüchen stets in vernünftigen Grenzen.
Die 6 Burlesken werden mehr als 40 Druckseiten ergeben u. schlage ich Ihnen vor 2 Hefte daraus zu machen, wie ich schon im Manuskripte bemerkt habe. (Heft I No I - III; Heft II No IV - VI) Als Honorar schlage ich Ihnen 500 M (Fünfhundert Mark) vor, womit Sie selbstredend alle sonst üblichen Rechte erwerben!
Ein Arrangement für Orchester, wie Herr Sapellnikoff meinte, können wir von einzelnen No ja später immer noch machen!
In den letzten Tagen haben Sie von Herrn Jos. Aibl Verlag eine größere Anzahl von meinen Werken erhalten; ich bitte Sie, es freundlichst veranlassen zu wollen, daß selbige alle in den hochgeschätzten Signalen ausführlich besprochen werden. (Wie Sie ja wissen werden, bin ich äußerst fortschrittlich gesinnt) Verbindlichsten Dank im Voraus!
Ferner bitte ich Sie nochmals, mir von all den No der Signale, welche über mich enthalten, immer 2 Exemplare per Nachnahme zu senden, wofür ich Ihnen sehr verbunden wäre! Lassen Sie bitte die Burlesken nicht zu eng stechen; ich schreibe nämlich sehr enge u. kleine Noten, u. gibt es bei mir immer mehr Druck- als Manuskriptseiten.


Mit vorzüglichster Hochachtung
Ihr
ergebenster
Max Reger.

Object reference

Max Reger to Bartholf Senff, München, 24th May 1902, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01001458.html, version 4.0, 12th May 2026.

Information

This is an object entry from the RWA encyclopaedia. Links and references to other objects within the encyclopaedia are currently not all active. These will be successively activated.