Weiden, 18th December 1898

Max Reger to Eugen Spitzweg, Jos. Aibl

Object type
Letter
Date
18th December 1898 (source)
Sent location
Weiden
Source location

Senders
  • Max Reger

Incipit
Hochgeehrter Herr!
Einliegend ist der unterzeichnete Verlagsschein. Es freut mich […]

Regesta
dankt für Publikation und Honorar für [die Hymne an den Gesang] op. 21 • kündigt die Zusendung des kompletten Stimmenmaterials, der Partitur und des Klavierauszugs innerhalb der nächsten acht Tage an [= vermutlich die Korrekturabzüge] • dankt für Erlaubnis an den Gesangsverein [= Lehrergesangverein München], das Werk aus dem Manuskript aufzuführen • verspricht, das Material nach der Aufführung zum Druck zuzusenden • kündigt die baldige Zusendung »leichter, melodischer Klavierstückchen« an • bekundet, für op. 21 einen spielbaren Klavierauszug geschrieben zu haben • klagt über überbordende Klavierauszüge, gibt aber zu, »lieber aus einem Klavierauszug von Rubinstein als von Kleinmichel« zu spielen • bietet an, Arrangements in allen Schwierigkeitsgraden anzufertigen
Remarks

mit den versprochenen »Klavierstückchen« sind vermutlich die Humoresken op. 20 gemeint

Referenced works
  • Hymne an den Gesang op. 21

Publications

1.

Weiden, Allee 22.
18. Dezember 1898.)

Hochgeehrter Herr!

Einliegend ist der unterzeichnete Verlagsschein. Es freut mich zu sehr, daß Sie op 21 in Verlag nehmen u. danke ich Ihnen ergebenst für so schnelle Sendung des Honorars. Den Klavierauszug habe ich schon fertig; ich hoffe zuversichtlich Ihnen in 8 Tagen das gesamte Material für den Stecher (Partitur, Klavierauszug, je eine Chor- u. Orchesterstimme) senden zu können. Es ist sehr liebenswürdig von Ihnen, daß Sie dem Lehrergesangverein die gütige Erlaubnis geben, das Werk auch aus dem Manuskripte aufzuführen[.] Selbstverständlich liefert der Verein alles Material dann an Sie aus.

NB. Ich sende an den Dirigenten des Lehrergesangvereins Herrn Sturm eine extra für den Verein geschriebene Partitur, Klavierauszug, Chorstimmen u. Orchesterstimmen, damit Sie den Chor in Druck geben können. Ist die Aufführung vorbei, so erhalten Sie aber das gesamte Material.

Es wäre eigentlich nicht notwendig gewesen, daß Sie mir die Partitur nochmals gesendet haben. Ich sende Ihnen dann die Partitur mit dem übrigen Notenmaterial bis in einer Woche. Mehrere Verwandte resp. Bekannte von mir sind aktive Mitglieder des Lehrergesangvereins u. werden die schon agitieren für uns, sodaß besonders die „Walzer“ [op. 22] in dem Verein großen Absatz finden dürf[t]en. Nähere Adresse für Wesel geb ich Ihnen noch an; für Wiesbaden schrieb ich Ihnen schon dieselbe.

In Bälde hoffe ich Ihnen ein Heftchen recht leichter, melodischer Klavierstückchen senden zu können, die dann wohl recht gekauft werden dürften.

Nicht wahr, die Walzer [op. 22] kommen recht balde.

Den Klavierauszug habe ich recht spielbar gemacht; ich wollte hauptsächlich den Fehler zu schwer zu schreiben da vermeiden. Zur Aufführung des op 21 nimmt man so wie so das Orchester; es ist also unnötig so gepfeffert zu schreiben – obwohl ich selbst lieber aus einem Klavierauszug von Rubinstein als von Kleinmichel spiele. In den Vereinen hat man leider nicht überall einen Virtuosen zur Verfügung. Im Klavierauszuge ist also nur das Hauptsächlichste enthalten; er ist dabei aber immer noch schwer genug.

Im Falle Sie Arrangements zu machen haben, bitte ich Sie, selbe mir gütigst zu überweisen; ich fertige selbe in allen Schwierigkeitsgraden u. peinlichster Acouratesse an.

Kommenden Februar hoffe ich nach München zu kommen, u. würde mich sehr freuen, Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen.

Mit Wiederholung meines besten Dankes
u. ergebenstem Gruß
Ihr
mit vorzüglichster Hochachtung
ergebenster
Max Reger.

In 8 Tagen spätestens sende ich alles per eingeschriebenen Paquete an Sie ab. So lange hat es doch Zeit; früher kann ich nicht gut fertig werden.

Object reference

Max Reger to Eugen Spitzweg, Jos. Aibl, Weiden, 18th December 1898, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01005626.html, version 4.0, 18th December 2025.

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