Heinrich Geist

Correspondence, Melody composer

Gender
male
Profession
cellist
Birth
30th April 1868
Death
12th August 1934
MRI-Identifier
mri_pers_00378

Name
Heinrich Hermann Julius Diedrich Geist
Used Name
Heinrich Geist

References to Reger
    Correspondence, Melody composer
References to others

1.

1.1.

Heinrich Geist wurde am 30. April 1868 im westfälischen Soest als Sohn eines Postmeisters geboren. Über die Zeit bis zu seinem Studium am Leipziger Konservatorium ist außer einem Umzug nach Hannover1 nichts bekannt. Vermutlich am 14. Februar 1890 legte er seine erste Hauptfachprüfung mit dem Cellokonzert von Carl Reinecke ab,2 ein Jahr später die zweite im Fach Komposition, wenn auch diese, zumindest nach Meinung des Kritikers Eduard Bernsdorf, mit nur mäßigem Erfolg: “c) Vier Lieder für Sopran mit Begleitung des Pianoforte von Herrn Heinrich Geist aus Hannover – blutwenig Talent, aber destomehr Ueberschwenglichkeit und Gesuchtheit verrathend, zudem schlecht für die Stimme geschrieben und mit nur dürftigem Organ von Frl. Helene Niebecker aus Hannover gesungen (unter Begleitung des Componisten selber).”3 Wohl ab Sommer 1897 war Geist in Wiesbaden ansässig,4 wo er Mitglied der Hofkapelle und des Tonkünstlervereins wurde und auch Instrumentalunterricht erteilte. Ab 1900 sind Aufführungen seiner Kompositionen im Rahmen der Wiesbadener Kurkonzerte verzeichnet; am häufigsten gespielt wurden ein Festmarsch und das Schwanenlied (mit Solotrompete). 1902 heiratete Geist die Fabrikdirektorstochter Hedwig Johanna Jeep, 1928 wurde er aus bislang unbekannten Gründen zwangspensioniert.5 Heinrich Geist starb am 12. August 1934 in Wiesbaden-Erbenheim.


1
Ab 1873 ist im Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden (S. 313) ein Postsekretär Gottfried Geist registriert.
2
Vgl. Neue Zeitschrift für Musik 57. Jg. (1890), Nr. 10 (5. März), S. 116, und Signale für die Musikalische Welt 48. Jg. (1890), Nr. 19 (erstes März-Heft), S. 293.
3
Signale für die Musikalische Welt 49. Jg. (1891), Nr. 19 (letztes Februar-Heft), S. 293.
4
Vgl. Adress-Buch von Wiesbaden und Umgegend für die Zeit von April 1897 bis dahin 1898 bzw. […] von Mai 1898 bis dahin 1899; in Letzterem ist der »Kgl. Kammermus.« erstmals verzeichnet.
5
Vgl. Geheimes Staatsarchiv – Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 90 Annex H, Zwangspensionierungen, unfreiwillige Versetzungen in den Ruhestand, Buchstabe G.

1. Reger-Bezug

Reger und Geist müssen sich gewissermaßen auf Anhieb verstanden haben, erfreute er doch seinen “lieben Freund” bereits in seinem ersten erhaltenen Brief vom 5. November 1897 mit einem seiner guten Bekannten vorbehaltenen Witzen. Vermutlich im Februar 1898 instrumentierte er dann in enger Zusammenarbeit mit Geist dessen Albumblatt für kleines Orchester (Geist-B1). Überdies unterstützte ihn Geist bei seinen (vergeblichen) Bemühungen, im Frühjahr 1898 eine Kapellmeisterstelle zu ergattern und diente Regers Eltern als vertrauliche Informationsquelle für Regers zunehmend erratisches Verhalten. Als Reger nach seiner Rückkehr nach Weiden im Juni die entsprechenden Briefe entdeckte, sprach er Geist jegliches Ehrgefühl ab.1 Der wenigen erhaltenen Korrespondenz nach diesem Bruch zufolge waren die beiden jedoch bald wieder versöhnt.


Object reference

Heinrich Geist, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00378.html, version 4.0, 18th December 2025.

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