Heinrich Geist
Correspondence, Melody composer
- Correspondence, Melody composer
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1.
1.1.
Heinrich Geist wurde am 30. April 1868 im westfälischen Soest als Sohn des Postmeisters und späteren Rechnungsrats Gottfried Geist und dessen Frau Ernestine (1843–1910)1 geboren. 1873 übersiedelte die Familie nach Hannover,2 wo Geist dann auch das Gymnasium besuchte. In seinem Lebenslauf3 schreibt er: “Von Jugend auf mit der Tonkunst vertraut gemacht und durch das Zusammenkommen im elterlichen Hause mit den Künstlern Henry Petri, Hofkapellmeister Ernst Frank, Lorleberg u.s.w. fühlte ich mich zu der Kunst so hingezogen, dass ich sie zu meinem Berufe erwählte.” Anderthalb Jahre lang erhielt er Cello-Unterricht bei dem Kgl. Kammermusiker Richard Lorleberg und begab sich dann zum Studium ans Leipziger Konservatorium bei Alwin Schröder. In Leipzig wirkte er “in sämmtlichen Gewandhaus-Konzerten als Violoncellist mit”.4 Vermutlich am 14. Februar 1890 legte er seine erste Hauptfachprüfung mit dem Cellokonzert von Carl Reinecke ab,5 ein Jahr später die zweite im Fach Komposition, wenn auch diese, zumindest nach Meinung des Kritikers Eduard Bernsdorf, mit nur mäßigem Erfolg: “c) Vier Lieder für Sopran mit Begleitung des Pianoforte von Herrn Heinrich Geist aus Hannover – blutwenig Talent, aber destomehr Ueberschwenglichkeit und Gesuchtheit verrathend, zudem schlecht für die Stimme geschrieben und mit nur dürftigem Organ von Frl. Helene Niebecker aus Hannover gesungen (unter Begleitung des Componisten selber).”6
Seine Berufslaufbahn als Cellist führte ihn von Sonderhausen (1891–1892) über London (1893/94), Elberfeld (1894/95), Magdeburg (1895/96) und Krefeld (1896/97) schließlich nach Wiesbaden, wo er am 1. Februar 1897 zunächst probeweise beim Königlichen Theater zu Wiesbaden angestellt wurde.7 Hier wurde er auch Mitglied des Tonkünstlervereins und erteilte zusätzlich Instrumentalunterricht. Ab 1900 sind Aufführungen seiner Kompositionen im Rahmen der Wiesbadener Kurkonzerte verzeichnet; am häufigsten gespielt wurden ein Festmarsch und das Schwanenlied (mit Solotrompete). 1902 heiratete Geist die Fabrikdirektorstochter Hedwig Johanna Jeep (1875–1943) und hatte mit ihr vier Kinder. 1925 erlitt er einen leichten Schlaganfall, 1927 wurde er aufgrund gesundheitlich bedingter Dienstunfähigkeit zwangspensioniert und ein Jahr später in den endgültigen Ruhestand versetzt.8 Heinrich Geist starb am 12. August 1934 in Wiesbaden-Erbenheim.
1. Reger-Bezug
Reger und Geist müssen sich gewissermaßen auf Anhieb verstanden haben, erfreute er doch seinen “lieben Freund” bereits in seinem ersten erhaltenen Brief vom 5. November 1897 mit einem seiner guten Bekannten vorbehaltenen Witzen. Vermutlich im Februar 1898 instrumentierte er in enger Zusammenarbeit mit Geist dessen Albumblatt für kleines Orchester (Geist-B1). Überdies unterstützte ihn Geist bei seinen (vergeblichen) Bemühungen, im Frühjahr 1898 eine Kapellmeisterstelle zu ergattern und diente Regers Eltern als vertrauliche Informationsquelle für Regers zunehmend erratisches Verhalten. Als Reger nach seiner Rückkehr nach Weiden im Juni die entsprechenden Briefe entdeckte, sprach er Geist jegliches Ehrgefühl ab.1 Der nur spärlich erhaltenen Korrespondenz zufolge waren die beiden nach diesem Bruch jedoch bald wieder versöhnt.
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Object reference
Heinrich Geist, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00378.html, version 4.1.1, 11th August 2026.
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