Karl Stieler

Lyricist

Gender
male
Profession
librarian, archivist
Birth
15th December 1842
Death
21st April 1885
MRI-Identifier
mri_pers_01927

Name
Karl Stieler
Used Name
Karl Stieler

References to Reger
    Lyricist
References to others

1.

1.1.

Karl Stieler. - Abgebildet in Karl von Heigel, , Bamberg 1890 (Bayerische Bibliothek, Bd. 23);
                        Exemplar: Bayerische Staatsbibliothek, München, Signatur: Bavar. 384
                        ob-23.
Karl Stieler. - Abgebildet in Karl von Heigel, Karl Stieler. Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte, nebst zwölf bisher ungedruckten Jugendgedichten Stielers und fünfzehn Briefen Stielers an seine Mutter, Bamberg 1890 (Bayerische Bibliothek, Bd. 23); Exemplar: Bayerische Staatsbibliothek, München, Signatur: Bavar. 384 ob-23.

Karl Stieler1 wurde am 15. Dezember 1842 in eine Münchner Künstlerfamilie hineingeboren. Sein Vater Joseph Karl Stieler war Hofmaler unter König Ludwig dem I. und schuf zahlreiche nachgefragte Ölgemälde (darunter das berühmte Alterspoträt Goethes sowie Ludwig van Beethoven an der Missa solemnis arbeitend); seine Mutter war die Dichterin Josephine von Miller. Obgleich zur Malerei geneigt, ergriff Stieler aus Vernunftgründen den Beruf des Juristen. 1869 erfolgte die Promotion zum Doktur jur. an der Universität Heidelberg, danach wirkte er bis zu seinem Tod am Bayerische Reichsarchiv in München. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 betätigte er sich als Kriegsberichterstatter. Auftritte als Redner der liberalen Partei bei Reichs- und Landtagswahlen in der Zeit danach, bei denen er als Verfechter des geeinten Deutschlands sprach, unterstrichen seine politischen Ambitionen.

Überdies trat Stieler auch als Dichter hervor – sowohl in hochdeutscher Sprache als auch in oberbayerischer Mundart. Im Bereich der Mundartdichtung wird Stieler oft als Nachfolger von Franz von Kobell genannt.2 Er war Mitglied der Künstlervereinigung Das Krokodil, der auch Paul Heyse, mit dem ihm eine Künstlerfreundschaft verband, Emanuel Geibel, Hermann Lingg und Felix Dahn angehörten.

Motive seiner Dichtung, die oftmals einen patriotischen und folkoristischen Tonfall haben, fand Stieler in den oberbayerischen Landschaften. Zu seinen Werken gehören unter anderem die Gedichtsammlungen Bergbleameln (1865), Habt's a Schneid? (1877) und Um Sunnawend! (1878) sowie die vielfach aufgelegten Hochland-Lieder (ab 1879). Ebenso machte er sich als Reiseschriftsteller einen Namen (u.a. Italien. Eine Wanderung von den Alpen bis zum Aetna in Schilderungen; 1875 und Rheinfahrt. Von den Quellen des Rheins bis zum Meere; 1876)

Stieler verstarb am 12. April 1885 im Alter von 42 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Kurz zuvor war seine poetische Autobiografie Ein Winteridyll erschienen, die Bezug auf die von ihm geliebte Tegernseer Landschaft nimmt.

1.2. As lyricist

Karl Stielers romantische bayerische Naturlyrik erlebte in seiner Zeit sowie auch noch im 20. Jahrhundert sehr zahlreiche Vertonungen. Darunter sind Werke von Max Ansorge, Alban Berg, Wilhelm Berger, Max Bruch, Clara Faisst, Josef Bohuslav Foerster, Felix Mottl, Carl Orff, Carl Reinecke, Josef Rheinberger, Reger, Max von Schillings, Margarete Schweikert und Ludwig Thuille.

Parallelvertonungen zu Reger

  • Nächtliche Pfade
    • Robert Fuchs, Nr. 3 aus: Sechs Lieder für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung op. 41 (1886)
    • Ludwig Thuille, Nr. 5 aus: Von Lieb und Leid op. 7 (1890)
    • Josef Giehrl, Nr. 1 aus: Sechs Lieder für eine Singstimme mit Pianoforte op. 4 (1891)
    • Gustav Trautmann, Nr. 4 aus: Fünf Lieder für eine mittlere Stimme mit Pianoforte op. 2 (1891)
    • Luis Victor Franz Saar, Nr. 3 aus: Fünf Lieder für eine mittlere Stimme mit Pianofortebegleitung op. 2 (1892)
    • Fritz Weinmann, Nr. 4 aus: Fünf Lieder für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung, (1899)
    • August Stradal, Nr. 1 aus: Drei Gedichte (1900)
    • Gerard Bunk, Nr. 2 aus: Acht Lieder nach Gedichten von Karl Stieler op. 61 (1928)

Weitere Vertonungen (Auswahl)

  • Max von Schillings: Wie wundersam ist das Verlorengehn op. 2 no. 3 (v: 1890)Botschaft op. 2 no. 1(v: 1890)
  • Max Zenger: Von di Ochsen op. 51 no. 6 (v: 1886)
  • Joseph (Gabriel) Rheinberger: Vöglein was singst du JWV. 136 no. 5 Mir brennt eine Flamme JWV. 136 no. 2 Herbstlied op. 26 no. 1 (1862)
  • Richard Georg Strauss: Rote Rosen WoO. 76 (1883)
  • Carl Orff: Heimliche Grüße op. 12 no. 5 (1911) Wanderträume op. 12 no. 9 (1911)
  • Friedrich Oskar Wermann: Heimliche Grüße op. 12 no. 5 (1911) Wanderträume op. 12 no. 9 (1911)
  • Wilhelm Reinhard Berger: Im Sturme op. 81 no. 3 (1900)
  • Albert Fuchs: Minneliedop. 20 no. 3 (1886)Auf Waldeswegen op. 18 no. 4,(v:1885)
  • Hans Sommer: Wanderträumeop. 33 no. 8 (1891/92)Stilles Leid op. 33 no. 1 (1891/92)

1
Zur Biografie siehe unter anderem Karl Stieler, Leben und Wirken des Hochlanddichters, hrsg. von Günter Goepfert, Pfaffenhofen 1985
2
Vgl. ebda., S. 52.

1. Reger-Bezug

Äußerungen Regers zur Lyrik Stielers sind nicht bekannt. 1910 bekam er von Henri Hinrichsen eine Reproduktion des Ölgemäldes Ludwig van Beethoven an der Missa solemnis arbeitend von Stielers Vater Joseph geschenkt, das der Verleger und Mäzen zuvor im Original erworben hatte.1


1
vgl. Dankesbrief Regers vom 5. Februar 1910, veröffentlicht in Peters-Briefe, S. 388.
Object reference

Karl Stieler, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_01927.html, version 4.0, 18th December 2025.

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