Weiden, 5th March 1900

Max Reger to Emil Krause

Object type
Letter
Date
5th March 1900 (source)
Sent location
Weiden
Source location

Senders
  • Max Reger
Recipients

Incipit
Hochgeehrter Herr Professor!
Besten Dank für Ihren freundlichen Brief! Ich habe Herrn Aibl […]

Regesta
teilt dem E. mit, dass er den Verlag Aibl wegen des geplanten Aufsatzes über sich vorab informiert habe • dankt im Voraus für Besprechungen in der Neuen Zeitschrift für Musik und der Sängerhalle • erläutert seine Ziele bei seinen Volksliedbearbeitungen • teilt mit, vor zehn Tagen Phantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46[a] vollendet zu haben • arbeitet momentan an Intermezzi op. 45 für Klavier • auch einige Lieder op. 47 [später: op. 48] sind fertig • kündigt Kammermusikwerk an, das dem E. gewidmet werde [Klarinettensonate As-Dur op. 49 Nr. 1; später ohne Widmung erschienen]
Remarks
Referenced works

Publications

Max Reger, Briefe zwischen der Arbeit. Neue Folge, hrsg. von Ottmar Schreiber, Bonn 1973 (= Veröffentlichungen des Max-Reger-Instituts, Bd. 6), S. 22

1.

Weiden, bayerische
Oberpfalz, Allee 22, 5. III. 1900.

Hochgeehrter Herr Professor!
Besten Dank für Ihren freundlichen Brief! Ich habe an Herrn Aibl gerschrieben und ihm mitgetheilt, daß Sie für Neue Zeitschrift die Biographie zu schreiben die Güte haben wollen, ferner daß er vorläufig nichts davon an die Redaktion schreiben soll, bis sich letztere selbst an Herrn Spitzweg (Aibl) wendet, wegen des Clichés.

Für Besprechung in Sängerhalle im Voraus verbindlichsten Dank. Was mich speziell bei den Volksliederbearbeitungen leitete, war das Bestreben, die alten Melodien unserem modernen Ohre durch feinere Harmonisierung etc. “mundgerechter” zu machen; es sehen wohl manche dieser Volkslieder im ersten Augenblick schwerer aus als sie wirklich sind. Ich habe gerade die 4 schwersten hier mit lauter ungeübten Sängern gemacht in 4 Proben, gingen sehr gut und hatten die Sänger immer mehr Vergnügen daran, je mehr sie die Bearbeitungen kennen lernten!

Wie gesagt, bei genauerer Bekanntschaft mit meinen Werken werden Ihnen so manche Stellen, die anfangs überladen, schrullenhaft aussehen, sich als ganz einfach erweisen. Und glauben Sie mir; ich schreibe nie der Schwierigkeit wegen, nie um des “billigen” Effekt’s willen. Alle harmonischen oder melodischen “Härten” sind genauestens überlegt. Nicht wahr, Sie bringen außer Biographie auch Besprechung von Allem von mir in Neuer Zeitschrift. Bitte, mich darüber gütigst benachrichtigen zu wollen, wenn Sie gelegentlich mich mit einem Briefe erfreuen. Um in Biographie alles zu besprechen, würde diese vielleicht doch zu umfangreich machen; außerdem erhalten Sie ja fortwährend Neues von mir! Seien Sie nicht erzürnt, wenn ich Sie wegen Besprechung meiner sämtlichen Sachen in Neuer Zeitschrift so sehr plage; und nehmen Sie im Voraus meinen besten Dank entgegen.

Haben Sie schon Besprechungen über meine Orgelwerke gelesen? (In Urania (A. W. Gottschalg) etc etc)

Mein op. 21 bitte nur nach Orchesterpartitur zu beurtheilen; ebenfalls op. 22 nur nach 4händigem Original.

Ich stecke wie immer tief in meiner Arbeit; habe meine Phantasie und Fuge über BACH für Orgel (op. 46) schon seit 10 Tagen vollendet! Augenblicklich bin ich mit Intermezzi op. 45 für Pianoforte (2 hdg) beschäftigt! Auch einige Lieder op. 47 1 sind fertig. Sodann geht es über ein Kammermusikwerk, das Ihnen dediciert ist; bis Ende April ist beides sicher fix und fertig.

Hoffentlich sind Sie von der Influenza, die ja jetzt wieder arg herrscht, verschont geblieben!

Mit herzlichstem Dank für Alles
im Voraus und besten Grüßen
Ihr
mit vorzüglichster Hochachtung
ergebenster
Max Reger.


1
Reger spricht hier von den Sieben Liedern op. 48. Für die Herausgabe ändert Reger die Opuszahlen wie folgt: 46a zu 46; 46b zu 47; 47 zu 48.
Object reference

Max Reger to Emil Krause, Weiden, 5th March 1900, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01000169.html, last check: 13th April 2024.

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