München, 21st November 1901

Max Reger to Henriette Schelle

Object type
Letter
Date
21st November 1901 (source)
Sent location
München
Source location
DE,
Karlsruhe,
Max-Reger-Institut/Elsa-Reger-Stiftung,
Ep. Ms. 2186

Senders
  • Max Reger
Recipients

Incipit
Sehr geehrtes gnädiges Fräulein!
Verzeihen Sie, wenn ich erst heute schreibe; allein ich habe stets so viel zu thun! […]

Regesta
teilt der E. mit, dass mit dem Klavierabend sogar Verluste gemacht werden könnten • rät, ein Instrument eines eher unbekannten Herstellers zu wählen, da dieser dann die Kosten tragen würde • ist sich sicher, dass die E. dem Publikum imponieren werde, wenn sie etwas von Reger spiele • fragt, ob die E. schon [die Humoresken] op. 20, die Specialstudien nach Chopin [Chopin-B1] erhalten habe • betont, sehr beschäftigt zu sein
Remarks
Referenced works

Publications

Festschrift für Elsa Reger anläßlich ihres 80. Geburtstages am 25. Oktober 1950. Erinnerungen und Beiträge persönlicher Reger-Freunde, Bonn 1950 (= Veröffentlichungen des Max-Reger-Instituts, Bd. 2), S. 47f.

1.

München, Wörthstr. 35 I
21. Nov. 1901

Sehr geehrtes gnädiges Fräulein!
Verzeihen Sie, wenn ich erst heute schreibe; allein ich habe stets so sehr viel zu thun!
Anbei finden Sie Kritik aus den Neuesten Nachrichten; die anderen Blätter, die ich leider nicht habe, schreiben alle ähnlich so; Sie haben hier als Pianistin entschieden sehr großen Erfolg gehabt, so daß ein Klavierabend von Ihnen hier schon entschieden Beachtung finden wird. Allerdings – verzeihen Sie meine Offenheit – zu verdienen wird natürlich vorderhand mit einem Klavierabend nichts sein – es haben hier in der ersten Zeit alle Pianisten draufbezahlt – leider Gottes!
So viel ich mich erinnern kann, betragen die reinen Concertkosten für einen Abend 250M; ich werde mich aber noch genauer erkundigen – und Ihnen dann die Sache mittheilen. Ich sage natürlich dabei Ihren Namen nicht, erkundige mich nur aufs Genaueste u. schreibe es Ihnen sodann! Ich denke, wenn Sie Maud spielen hier, welche Fabrik hier nicht allzusehr bekannt ist, so dürfte der Fabrikant schon zu haben sein, daß er die Kosten trägt. Über das Programm sodann später Näheres!
Sehr, sehr, sehr verbunden wäre ich selbstredend wenn Sie eine Abtheilung des Programms Reger spielen würden, wodurch Sie der hiesigen Kritik imponierten! Aber erlauben Sie, daß ich Ihnen dann mittheile, was ich da meine! Nachdem Sie ja alle Noten resp Klavierwerke von mir haben (NB – bitte zu beantworten: haben Sie meine Humoresken op 20 u. die 5 Spezialstudien (Bearbeitungen Chopin’scher Werke?) ohne Opuszahl?) [Chopin-B1] – ist ja die Auswahl nicht so schwer!
Ich werde mir erlauben, Ihnen demnächst da genauestens zu schreiben. Maud soll dann aber auch sorgen dafür, daß Sie ein ausgezeichnetes Instrument hier zur Verfügung haben; das wäre unumgänglich notwendig!
Nun habe ich Sie gewiß schon lange genug aufgehalten u. bitte ich Sie nur freundl. entschuldigen zu wollen, wenn ich erst heute schreibe – allein ich habe eben immer sehr viel zu thun!

Lassen Sie nun balde etwas hören von Sich, ob Sie die Rückreise nicht zu sehr angestrengt hat etc etc u. seien Sie bestens gegrüßt
von Ihrem
mit
vorzüglichster Hochachtung
ergebenstem
Max Reger.

Object reference

Max Reger to Henriette Schelle, München, 21st November 1901, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01003058.html, version 4.0, 18th December 2025.

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