München, 27th September 1902

Max Reger to Max Kuhn, Lauterbach & Kuhn

Object type
Letter
Date
27th September 1902 (source)
Sent location
München
Source location
DE,
Berlin,
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz,
Musikabteilung,
Mus.ep. Max Reger 121

Senders
  • Max Reger
Recipients
Dr Max Kuhn
Leipzig
Oststraße 1 III

Incipit
Mein lieber Herr Dr!
Für Ihren freundl. Brief viel Dank; anbei übersende ich Ihnen […]

Regesta
übersendet die Sechs Lieder op. 68, Honorar 50 M pro Lied • macht jetzt Band II der [Künstlerischen] Hausmusik • kündigt die Komposition von Volksliedern an [Schlichte Weisen op. 76] • weist auf Kritik im Musikalischen Wochenblatt hin • erläutert seinen Tagesablauf • weist darauf hin, dass seine zukünftige Frau ebenso häuslich ist wie er • fügt das Gedicht Nocturno von [Martin] Boelitz als Geschenk bei [später als op. 88 Nr. 1 vertont]
Remarks

Adresse ermittelt durch Postbuch; sendet op. 68, bittet um 50 M Honorar pro Lied Band II: „die Hausmusik mache ich also“. Will Ihm etwas Feines u. nie Schweres geben. Volkslieder will er im Winter machen, mit solchen Sachen ist ein nettes Geschäft zu machen. Musik.Wochenblatt Ja. Nr. 40 Seite 574 Kritik über Reger. Beschreibt seinen mit Arbeit angefüllten Tagesablauf. Verehrt das Original des Notturno Luise Kuhn.


Publications

Max Reger, Briefe an die Verleger Lauterbach & Kuhn. Teil 1 [1902–05], hrsg. von Susanne Popp, Bonn 1993 (= Veröffentlichungen des Max-Reger-Instituts, Bd. 12), S. 31f.

1.

München, Wörthstr. 35 I
27. Sept. 1902.

Mein lieber Herr Dr!
Für Ihren freundl. Brief viel Dank; anbei übersende ich Ihnen per eingeschriebenen Geschäftspapier die 6 Lieder op 68. Es versteht sich, daß es beim Honorar von 50 M pro Lied bleibt; steigern thue ich Sie nicht, bis ich nicht sehe, daß meine Sache wirklich große Kreise zieht u. wir beide reich werden dadurch.
Band II der Hausmusik mache also ich; ich werde mich nach besten Kräften bemühen, Ihnen da etwas sehr Feines u. nie Schweres zu geben.
Die Volkslieder mache ich diesen Winter; ich sende sie Ihnen dann; denn an solchen Sachen ist ein recht nettes Geschäft zu machen.
In Nº 40 des Musikalischen Wochenblattes Seite 574 finden Sie Kritik über mich. Über meine Arbeitskraft, bitte – staunen Sie da nicht; das Arbeiten ist das Einzige, was das Leben lebenswert macht; u. nachdem ich absolut keine gesellschaftlichen Beziehungen pflege, nie in ein Restaurant gehe – also bleibt mir viel Zeit zur Arbeit! Das ist das Geheimnis. Ich arbeite von morgens 8 Uhr bis 12 Uhr, von mittags 1 – 6 1/2 Uhr u. von abend 8 – 12 Uhr jeden Tag; nur Sonntags vergönne ich mir einen Spaziergang – u. fühle mich körperlich sehr wohl! Das ist absolut nicht zu viel Arbeit, besonders wenn man bedenkt, daß ich mitte Oktober durch meine am 25. Oktober stattfindende Hochzeit doch 8 Tage Ferien habe. Meine junge Frau ist Gott sei Dank so, daß sie sich aus Gesellschaften etc nichts macht u. darin ebenso denkt wie ich.
Für Ihr so freundliches, so großes Interesse an meinem Schaffen besten herzlichsten Dank; ich erwidere dasselbe in der Weise, daß ich Ihnen stets nur Musik liefere, welche ich gegen jede, auch die schärfste Kritik jederzeit ganz vertreten kann.
Anbei das Gedicht von Boelitz, welchem ich Ihre Grüße ausrichten werde.
Nochmals schönsten Dank, allerherzlichste Grüße an Sie u. Herrn Lauterbach
Ihr stets aufrichtigst ergebenster
Max Reger

Das Original des Nocturno[op. 88 Nr. 1] erlaube ich mir, Ihnen zu verehren.

Object reference

Max Reger to Max Kuhn, Lauterbach & Kuhn, München, 27th September 1902, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01005224.html, version 3.1.4, 24th July 2025.

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