Wiesbaden, 13th November 1895

Max Reger to Arthur Smolian

Object type
Letter
Date
13th November 1895 (source)
Sent location
Wiesbaden
Source location
missing

Only known from: Transcript, Meininger Museen, Meiningen | Br 514/23


Senders
  • Max Reger
Recipients

Incipit
Mein hochverehrter bester Herr Smolian!
Zuerst vielen Dank für Ihren freundlichen […]

Regesta
dankt für Brief • hat keine Lust, ans Theater zu gehen • »Verbindungen und Protektion fehlen mir leider ganz und gar«, dadurch noch nicht viele Aufführungen seiner Werke • schrieb vor vierzehn Tagen an Felix Mottl wegen einer Rückfrage bezüglich einer Aufführung des Trios [op. 2] • hat die Canons [WoO III/4] an [Heinrich] Ordenstein und Stephan Krehl [in Karlsruhe] geschickt • Augener haben nach weiteren Bach-Bearbeitungen [dann Bach-B1 Nr. 3 und 4] gefragt, die er gerne machen will, zumal sie gut bezahlt werden (»per Druckseite 3 Mark 50«) • zieht am 1. Dezember um • hat Teresa Carreño im Symphoniekonzert gehört, »einfach großartig«
Remarks

der Brief enthielt eine (heute verschollene) Notenbeigabe der Kanons WoO VIII/2, deren Abschrift Vorlage zur posthumen Erstausgabe wurde

Referenced works

Publications

Der junge Reger. Briefe und Dokumente vor 1900, hrsg. von Susanne Popp, Wiesbaden 2000 (= Schriftenreihe des Max-Reger-Instituts, Bd. XV), S. 258f.

Max Reger, Briefe eines deutschen Meisters. Ein Lebensbild, hrsg. von Else von Hase-Koehler, Leipzig 1928, S. 49f.

1.

Wiesbaden, 13. 11. 1895.

Mein hochverehrtester bester Herr Smolian! Zuerst vielen Dank für Ihren freundlichen Brief; ja, ich weiß die Schwierigkeiten wohl, die Sie vorstellen, aber zum Theater, besonders zu einer kleineren Bühne, da habe ich gar keine große Lust. Vorläufig haben Sie ja recht, daß es das beste ist, wenn ich noch einige Jahre hier bleibe. Aber ich habe halt eben eine Zeit im Auge, die in zehn Jahren eintritt, wo ich doch schon 32 Jahre alt bin und ich dann noch immer hier sein müßte, so wäre das nicht allzu schön! Verbindungen und Protektion fehlen mir leider ganz und gar, sonst hätte ich auch schon mehrere Aufführungen meiner Sachen erreichen können. Übrigens schrieb ich vor 14 Tagen ungefähr an Herrn Mottl und erinnerte ihn an das Trio! Vielleicht geht es dieses Jahr. An die Herren Professor Ordenstein und Stephan Krehl habe ich geschrieben und Kanons [WoO III/4] gesandt. Wäre es denn nicht möglich, die Kanons in den Elementarklassen des Karlsruher Konservatoriums einzuführen? Wie denken Sie darüber? Augener schrieb mir, ob ich nicht noch einige dieser „Bäche“ [dann Bach-B1 Nr. 3 und 4] machen wollte! Ich tue es selbstverständlich sehr gerne; denn so eine Arbeit liebe ich sehr, und außerdem bezahlt Augener sie doch gut (per Druckseite 3 Mark 50), also machen Sie sich gefaßt, daß Ihnen am 1. Februar wieder so ein wahnsinnig schwerer Bach mit vielen ff etc. und „Grandioso“ angeflogen kommt.
Ich ziehe am 1. Dezember um; wohin weiß ich noch nicht; doch werde ich Ihnen direkt Mitteilung machen, wann ich mein neues Heim für mich und meine „Kinder“ gefunden habe. Vorgestern spielte die Carreño im Theatersymphoniekonzert einfach großartig. So mache ich also noch ein paar Jahre so weiter in dem Stiefel und hoffe, daß mit der Zeit sich schon was finden wird, wo ich verwendet werden kann.

Object reference

Max Reger to Arthur Smolian, Wiesbaden, 13th November 1895, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01009191.html, version 4.0, 18th December 2025.

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