München
1.
Nachdem sich Reger in Weiden konsolidiert und seine Karriere erfolgreich vorangetrieben hatte, wurde es ihm in der oberpfälzischen Provinz bald zu eng. So schrieb er am 16. August 1901 an Georg Stolz: “Ich muß in ein Musikzentrum.” 1 Das in kultureller Blüte stehende München der Jahrhundertwende bot dem nach Anerkennung strebenden jungen Musiker neue Perspektiven. Nach dem Umzug mit Eltern und Schwester am 1. September 1901 stürzte sich Reger in das dortige Konzertleben, sowohl als Hörer und Kritiker, etwa mit einer regelmäßigen Kolumne in der Rheinischen Musik- und Theaterzeitung, wie auch als Kammermusiker und Liedbegleiter, etwa gleich Ende Oktober/Anfang November 1901 in Liederabenden von Josef Loritz, Hermann Gura und Julius Schweitzer. Bei einem solchen Liederabend im Frühjahr 1902 begegnete ihm auch Elsa von Bercken wieder, die er seit seinem Sommeraufenthalt 1899 in Berchtesgaden nicht mehr gesehen hatte; sie ging bald darauf auf Regers erneutes Werben ein und wurde am 25. Oktober 1902 seine Frau.
Zum 1. Mai 1905 berief Felix Mottl Reger als Kompositionslehrer an die Münchner Akademie der Tonkunst; dieses Gastspiel endete jedoch bereits ein Jahr später. In Regers Münchner Jahren begann auch das wechselvolle Verhältnis zum Allgemeinen Deutschen Musikverein, dessen Münchner Ortsgruppe er als Schriftführer mit aufbaute, obwohl er gerade mit der »neudeutschen« Gruppe um Max Schillings und Ludwig Thuille wenig gemein hatte. Bei einer Aufführung der Sinfonietta op. 90 am 1. Februar 1906 unter Mottl eskalierten die Streitigkeiten. Zusätzlich zum intriganten Münchner Klima belasteten der Akademie-Austritt und sein Zusammenbruch bei einem Berliner Konzert Reger sehr. Der Berufung nach Leipzig im Jahr 1907 kam er daher gerne nach.
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München, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_loc_00024.html, version 4.1.0, 10th August 2026.
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