Elly Kleinschmidt
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Elly Kleinschmidt, geb. Müllensiefer, kam am 13. April 1873 in Dortmund-Marten zur Welt. Sie entstammte einer Glasfabrikantenfamilie aus Witten, die zudem die Kohlezeche Germania in Dortmund-Marten betrieb. Ellys Vater Eduard Müllensiefer, der Sohn eines der Firmengründer, war der Generaldirektor dieser Zeche. Elly Kleinschmidt erhielt ihre Schulausbildung in der evangelischen Erziehungs- und Schulanstalt Stift Keppel im Siegerland. 1893 heiratete sie den Unternehmer Gottfried Kleinschmidt (1860-1931), der bei Eduard Müllensiefer seine kaufmännische Ausbildung absolviert hatte und in Dortmund ab 1884 eine Kohlengroßhandlung betrieb. Aus der Verbindung gingen vier Kinder hervor: Gottfried (1893-1960), Franz (1895-1962), Margarethe (1899-1986) und Elly Sophie Bertra (1902-1945). Bereits 1889 war Gottfried Kleinschmidt nach Frankfurt a.M. umgezogen. Die Familie siedelte sich in Eschersheim an. Neben der Villa entstand auf dem parkartigen Anwesen 1912 auch ein Landhaus. Elly Kleinschmit verstarb am 23. Juni 1943 in Frankurt a.M.
Die Eheleute Kleinschmidt waren vielfältig charitativ in der Armen- und Kriegsversehrtenfürsorge tätig. 1911 gründeten sie die “Gottfried-und-Elly-Kleinschmidt-Stiftung”, die Bedürftige in Eschersheim und Ginnheim bis in die 1950er Jahre unterstützte. Elly Kleinschmidt hatte zudem in Eschersheim eine Säuglingsfürsorgestelle eingerichtet, die medizinische Dienste anbot. Während des I. Weltkriegs unterhielten die Kleinschmidts in ihrem Privathaus 17 Pflegeplätze für Kriegsverwundete.
1. Reger-Bezug
Elly Kleinschmidt und Regers spätere Ehefrau Elsa waren Mitschülerinnen im Stift Keppel, wo Elsa Reger von 1885 bis 1887 im Internat wohnte. Zwischen beiden entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft, die später dann auch die jeweiligen Ehepartner einschloss. Anlässlich eines Liederabends am 19. März 1902 im Hochschen Konservatoriums mit Josef Loritz ließ Reger dem Ehepaar Kleinschmidt Karten zukommen.1 Nachweislich war Reger erstmals gemeinsam mit seiner Frau vom 25. Mai bis zum 3. Juni 1904 bei der Familie Kleinschmidt zu Gast. Anlass war die Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, die 1904 in Frankfurt a.M. stattfand. In das Gästebuch2 schrieb er selbstironisch “Mit allerherzlichstem Dank für so viel Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit Excellenz von Eßleben General der Moquantierie Max Reger”, was auf eine zwanglose Atmosphäre schließen lässt. Später übernachtete Reger bei den Eheleuten auch allein, wenn ihn Konzertverpflichtungen nach Frankfurt brachten. Ihm stand dann das Turmzimmer zur Verfügung.3 Das Gästebuch weist einen Eintrag für den 3. Januar 1906 aus: “Mit bestem herzlichstem Dank für so viel unendliche Güte”4.
Reger widmete Elly Kleinschmidt das Lied Kindeslächeln op. 76 Nr. 27nach einem Gedicht von L. Rafael (Pseudonym für Hedwig Kiesekamp).
Object reference
Elly Kleinschmidt, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00119.html, version 4.0, 18th December 2025.
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