Stephan Krehl

Dedicatee

Gender
male
Profession
professor
Birth
5th July 1864
Death
9th April 1924
MRI-Identifier
mri_pers_00200

Name
Stephan Krehl
Used Name
Stephan Krehl

References to Reger
    Dedicatee
References to others
  • Königl. Konservatorium der Musik Leipzig

1.

1.1.

Stephan Krehl (undatiert), Porträtsammlung Friedrich Nicolas Manskopf der Universitätsbibliothek der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main.
Stephan Krehl (undatiert), Porträtsammlung Friedrich Nicolas Manskopf der Universitätsbibliothek der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main.

Stephan Krehl wurde am 5. Juli 1864 in Leipzig als Sohn des Orientalistik-Professors Ludolf Krehl geboren.1 Nach dem Abitur und kurzem Universitätsbesuch entschied er sich für die Musik. Er studierte an den Konservatorien in Leipzig und Dresden, wo er unter anderem von Jean Louis Nicodé, Salomon Jadassohn und Carl Reinecke ausgebildet wurde. Von 1889 bis 1902 war Krehl Lehrer für Klavier und Musiktheorie am Konservatorium in Karlsruhe. Ab 1902 lehrte er in Leipzig und war dort von 1907 bis zu seinem Tod 1924 Rektor des dortigen Konservatorium (heute Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy«) tätig. Zu seinen Schülern zählen unter anderem Rudolf Mauersberger und Rudolf Wagner-Régeny.

Krehl verfasste Lehrbücher über Kontrapunkt (1912), Harmonielehre (drei Bände, 1921) und Musikalische Formenlehre (2 Bände, 1903) sowie eine Streitschrift gegen die seiner Meinung nach mangelhafte Ausbildung an den Musikschulen (Musikerelend, 1912).

Als Komponist widmete sich Krehl zunächst der Klaviermusik. Er schrieb ein Reihe von Sammlungen mit Charakterstücken (darunter Zwei Erzählungen op. 2 und 3, Romanzen op. 4, Phantastische Skizzen op. 7, Kinderstücke op. 11). Eugen Segnitz befand, dass sich Krehl in seinen Klavierminiaturen nicht nur als “begabter Geschichtenerzähler” erweist, sondern er “gar manchen Zug seines eigenen liebenswürdigen Wesens […] in diese fein ziselierte, zarte Konturen aufweisende Klaviermusik hineinwebt.”2 Mit den Slovenischen Tänzen op. 9 und op. 14 sowie den Bildern aus dem Orient op. 12 bedient Krehl zudem volkstümliche Musik und Exotismus. Neben Liedern schrieb Krehl auch Kammermusik, darunter Sonaten für Violine (op. 8) bzw. Violoncello (op. 20) und Klavier sowie ein Streichquartett (op. 17) und ein Klarinettenquintett (op. 19). Einziges Orchesterwerk Krehls ist das Vorspiel zu Gerhart Hauptmanns »Hannele« op. 15.


1
Zur weiterführenden Literatur siehe Kurzbiographie von Eugen Segnitz in Blätter für Haus- und Kirchenmusik X. Jg. (1905/06), No. 9, S. 129–131.
2
Ebd., S. 130.

1. Reger-Bezug

Wie einem Brief Regers vom 13. November 1895 an Arthur Smolian zu entnehmen ist, hatte Reger kurz zuvor brieflichen Kontakt mit Stephan Krehl aufgenommen, der damals Smolians Kollege am Karlsruher Konservatorium war: “An die Herren Professor Ordenstein und Krehl habe ich geschrieben und Kanons gesandt.” Anlass waren die gerade bei Augener erschienenen Canons WoO III/4 (1.Heft), von denen Reger hoffte, sie “in den Elementarklassen des Karlsruher Konservatoriums” platzieren zu können. Regers Schreiben an Krehl ist, wie auch weiterer eventueller Briefverkehr, nicht überliefert. 1898 widmete Reger sowohl Ordenstein als auch Krehl je eine Nummer aus den Fünf Spezialstudien für Pianoforte (Bearbeitungen Chopin'scher Werke)(Chopin-B1).1 Ab 1907 waren Reger und Krehl Kollegen am Leipziger Konservatorium. Es ist nicht bekannt, ob beide neben dem dienstlichen auch privaten Umgang pflegten.


1
Krehl widmete Reger die Nr. 4 (Bearbeitung der Etude gis-moll op. 25 Nr.6) und Ordenstein die Nr. 3 (Bearbeitung des Impromtu As-dur op. 29).
Read more in RWA Online…

Object reference

Stephan Krehl, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00200.html, version 4.1.0, 7th August 2026.

Information

This is an object entry from the RWA encyclopaedia. Links and references to other objects within the encyclopaedia are currently not all active. These will be successively activated.