München, 20th May 1902

Max Reger to Anton A. Gloetzner

Object type
Letter
Date
20th May 1902 (source)
Sent location
München
Source location
US,
Washington (D.C.),
Library of Congress,
Music Division,
ML 95. R44

Senders
  • Max Reger
Recipients

Incipit
Lieber Herr Glötzner!
Vor einigen Tagen erhielt ich Ihren frdl. Brief nebst Kreuzbandsendung […]

Regesta
dankt für Übersendung von Konzertprogrammen und das Interesse an seinen Werken • empfiehlt die Aufführung der Klarinettensonate op. 49 Nr. 1: »Mit diesem Werke werden Sie viel Erfolg haben!« • lässt den Mitwirkenden an einem Reger-Recital seinen Dank ausrichten • bittet um Besuch des E. bei seiner Deutschlandreise in München • bekundet, mit Weiden seit seinem Fortzug kaum noch in Kontakt zu stehen • kündigt ein großes Orchesterwerk an [= Symphonie d-Moll; WoO I/8] • bekundet, »2 größere Orgelwerke von je über 60 Druckseiten« an Peters bzw. Leuckart verkauft zu haben [= Zwölf Stücke op. 65 bzw. Orgelsonate op. 60] • wünscht Empfehlung seiner zwei Streichquartette op. 54 an das Kneisel-Quartett • verweist auf seine Sechzehn Gesänge op. 62, die bereits erschienen seien • kündigt an, bald [Vier] Spezialetüden für die linke Hand [WoO III/13] senden zu können • empfiehlt dieses Werk für den Unterricht
Remarks

das angekündigte große Orchesterwerk war die – letztlich Fragment gebliebene – Symphonie d-moll [Wo0 I/8]; mit »2 größere Orgelwerke von je über 60 Druckseiten« sind die Zwölf Stücke für Orgel op. 59 und die Orgelsonate Nr. 2 op. 60 gemeint; die Vier Spezialetüden für die linke Hand [Wo0 III/13] erschienen im Herbst 1902 bei Aibl

Referenced works

Publications

Jurriaan Harold Meyer, Max Reger. Rezeption in Amerika. „Die amerikanischen Ohren sind doch etwa so gebaut wie die deutschen“, Bonn 1992 (= Veröffentlichungen des Max-Reger-Instituts, Bd. 11), S. 157f.

1.

München, Wörthstr. 35 I,
20. Mai 1902.

Lieber Herr Glötzner!
Vor einigen Tagen erhielt ich Ihren frdl. Brief nebst Kreuzbandsendung enthaltend die Programme, u. beeile ich mich, Ihnen für beides verbindlichsten Dank zu sagen, aber vor Allem meinen besten, allerherzlichsten Dank für Ihr so thatkräftiges, mich hocherfreuendes Interesse für meine Werke!
In Bälde hoffe ich Ihnen wieder Neues senden zu können! Probieren Sie es doch mal mit meiner Klarinetten-Pianofortesonate op 49 N o I (bei Aibl Verlag, München). Mit diesem Werke werden Sie viel Erfolg haben!
Haben Sie bitte die Freundlichkeit allen den Damen und Herren, die in dem Reger-Recital mitgewirkt haben meinen verbindlichsten Dank zu sagen. Sehr freut mich Ihre Nachricht, daß Sie diesen Sommer nach Deutschland kommen wollen! Sie kommen doch so sicher auch nach München, u. bitte ich Sie schon jetzt sehr um Ihren freundlichen Besuch, was mich ganz außerordentlich freuen würde!
Seit ich von Weiden fort bin, höre ich nichts mehr von all dem, was in Weiden geschieht; ich hab’ auch wenig Zeit, da nach Weiden so umfangreiche Correspondenzen zu führen.
In den allernächsten Tagen geht es über’s ganz grosse Orchester, und gibt es Arbeit über Arbeit.
Soeben 2 größere Orgelwerke von je über 60 Druckseiten an Peters [Opus 65] u. Leuckart [Opus 63] verkauft – andere Arbeiten rufen, u. so können Sie Sich wohl denken, daß ich eigentlich nicht zum Ausruhen komme!
Für Empfehlung meiner 2 Quartette (Streichquartette) op. 54 (Jos. Aibl Verlag in München) an Herrn Kneisel wäre ich Ihnen ganz ausnehmend verbunden!
Soeben sind von mir 16 neue Lieder op 62 (Jos. Aibl Verlag) erschienen, welche meines Wissens schon auf der Bibliothek in Washington sein müssen.
Wie geht es nun bei Ihnen? Doch hoffentlich immer gut?
Wie ich höre, soll es Ihrem Herrn Vater in Weiden recht wohl gehen; vor 8 Wochen war ich in Würzburg, habe Ihren Herrn Bruder aber leider nicht getroffen.
Es wird Sie wohl interessieren, daß mein Nächstes, was ich Ihnen sende, Spezialetuden für die linke Hand allein sind. (ohne Opuszahl [WoO III/13]) Sobald das Werk erschienen ist, sende ich es Ihnen sofort zu; ich denke, Sie werden da viel Gelegenheit haben, es beim Unterrichte zu verwerten!

Meine Eltern u. Schwester danken Ihnen vielmals für Ihre freundlichen Grüße u. erwidern dieselben aufs Beste. Vor Allem Ihnen aber mein herzlichster wärmster Dank für so thatkräftiges Eintreten für meine Werke verbunden mit der Bitte, dies Ihr Interesse auch fernerhin meinen Werken stets angedeihen zu lassen u. die schönsten, herzlichsten Grüße Ihnen und den verehrten Ihrigen
von Ihrem
ergebensten
Max Reger

Es würde mich sehr freuen, von Ihnen balde mit Brief überrascht zu werden; besonders aber freue ich mich ganz außerordentlich Sie im Sommer bei mir begrüßen zu können.

Object reference

Max Reger to Anton A. Gloetzner, München, 20th May 1902, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01005196.html, version 4.0, 12th May 2026.

Information

This is an object entry from the RWA encyclopaedia. Links and references to other objects within the encyclopaedia are currently not all active. These will be successively activated.