Wiesbaden, 30th January 1894

Max Reger to Waldemar Meyer

Object type
Letter
Date
30th January 1894 (source)
Sent location
Wiesbaden
Source location
unknown
: Autographenhandlung J.A. Stargardt, Katalog 679, 2004, Los 937

Senders
  • Max Reger
Recipients
Hochwohlgeboren
Herrn Prof. W. Meyer
Berlin W
Winterfeldtstr. 1

Incipit
Hochgeehrter Herr Professor!
Herr Wolff schrieb mir, daß die Singakademie […]

Regesta
informiert den E., Wolff um Saalbelegung der Singakademie für ein Konzert am 14. 2. 1894 gebeten zu haben • berichtet, Wolff auch wegen Stellungen an Konservatorien angefragt zu haben • erzählt, dass sein Gehalt von Albert Fuchs durch drei Stunden mehr wöchentlich um 18 Mark gestiegen sei • kündigt einen Artikel über seine Werke von Arthur Smolian im Musikalischen Wochenblatt an • berichtet, dass er mit der Schwägerin des E. [Frida Cremer] vierhändig spielt
Remarks

Reger spielte am 14. 2. 1894 in Berlin bei einem Reger-Abend mit dem Geiger Waldemar Meyer (1853-1940), einem Schüler Joseph Joachims, und anderen Mitwirkenden unter anderem die Urafführung seines Klaviertrios op. 2 und due Violinsonate op. 1; der angekündigte Artikel von Arthur Smolian erschien erst im Oktober 1894 im Münchner Wochenblatt

Referenced works

Publications

Der junge Reger. Briefe und Dokumente vor 1900, hrsg. von Susanne Popp, Wiesbaden 2000 (= Schriftenreihe des Max-Reger-Instituts, Bd. XV), S. 172

1.

Hochgeehrter Herr Professor!

Herr Wolff schrieb mir, daß die Singakademie noch nicht definitiv von Ihnen für den 14. Febr. belegt wäre; ich habe ihn nun gebeten, die Singakademie nunmehr definitiv für den 14. zu belegen – denn es ist doch eigentlich seine Sache, wenn er das Arrangement übernommen, daß er auch für den Saal sorgt. Ich hab mich auch an H. Wolff gewandt, wegen Stellung an irgendeinem Konservatorium event. mit Gesangsvereinsdirigentenposten dabei. Ich kann ja so ziemlich die gesammte Theorie, Orgelspiel etc lehren. Nu, wollen halt sehen.
Alb. Fuchs hat mir plötzlich mein Einkommen durch 3 neue Stunden wöchentlich um 18 M im Monat erhöht – ist mir sehr merkwürdig – hat er etwa Angst, daß ich weggehe? – ?
Im Musikalischen Wochenblatt wird noch vorm 14. Febr. vielleicht ein längerer Artikel (mit Notenbeispielen) über meine Kompositionen von Arth. Smolian erscheinen. Der Artikel soll, wie E. d’Albert mir erzählte, sehr günstig werden.
Ihre Frl. Schwägerin ist immer wohlauf; wir spielen vierhändig zusammen.
Nun freue ich mich schon sehr darauf Sie wiederzusehen u. Ihnen meinen herzlichsten ergebensten Dank persönlich ausdrücken zu dürfen.
Mit der Bitte mich Ihrer hochverehrten Frau Gemahlin bestens empfehlen zu wollen
Ihr
mit unbegrenzter Dankbarkeit
ganz ergebenster
Max Reger
Bleichstr. 39 II

Ich lade ungefähr 50 Herren & Damen ein!

2.

Wiesbaden den 30. Okt. 1894

Denken Sie Sich an, ich bin auch solide geworden! Nu, – einen Seufzer der Erleichterung höre ich jetzt. Ja, ich gestehe offen, daß, als früher noch meine Kollegen (Schüler Riemanns) hier waren, der jugendliche Übermut, wer wohl am meisten Krügeln „Echtes“ schlucken könnte, – oft zu arg wurde. Allein jetzt, wo ich mich schon bald dem vierzigsten Jahre nähere, in welchem Jahre alle Schwaben – holla, ich bin ja gar keiner – klug werden, da wird’s bei mir wohl auch an der Zeit sein […]

[…] Wüßten Sie z.B. so eine alte heiratslustige Witwe von 75–80 Jahren mit einem Vermögen von 50000000 M.–, o dann wäre ich gern bereit selbe mit meiner holden Persönlichkeit zu beglücken – vorausgesetzt, daß sie mir schriftlich garantiert vorher – nach einem halben Jahr mich als „tieftrauernden“ Witwer zurückzulassen […]

Object reference

Max Reger to Waldemar Meyer, Wiesbaden, 30th January 1894, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01006617.html, version 4.0, 18th December 2025.

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