Max Martin Stein
Dedicatee
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Max Martin Stein
Max Martin Stein wurde am 27. Juli 1911 als Sohn des Theologen und Musikers (Dirigent, Kirchenmusiker, Musikwissenschaftler) Fritz Stein und seiner Frau, der Pianistin Margarethe Stein (geb. Czerny) in Jena geboren. Seine Jugend verbrachte er in Kiel, wo sein Vater von 1918–1933 als Organist, Generalmusikdirektor und Ordinarius für Musikwissenschaft tätig war. Er besuchte das humanistische Gymnasium Kieler Gelehrtenschule. Stein absolvierte ein Kirchenmusikstudium am Leipziger Konservatorium. Seine dortigen Lehrer waren Karl Straube (Orgel), Carl Adolf Martienssen (Klavier) und Kurt Thomas (Dirigieren und Komposition). Anschließend studierte er an der Berliner Musikhochschule bei Edwin Fischer Klavier. Nach Dozententätigkeit in Breslau und Schwerin wurde Stein 1947 an das Düsseldorfer Robert Schumann-Konservatorium berufen, um eine Meisterklasse für Klavier zu leiten. Ab 1974 war Stein regelmäßig als Gastprofessor an der Musashino Musikhochschule in Tokio tätig, außerdem gab er Meisterkurse in Japan, Korea und Taiwan. Stein ist Ehrenbürger der Stadt Gwangju (Korea).
Seine Konzerttätigkeit führte Stein in Deutschland unter anderem zu den Berliner Philharmonikern, dem Kölner Gürzenich Orchester und dem Frankfurter Museumsorchester. Ab 1936 konzertierte Stein auch im Ausland, zunächst im Baltikum, Skandinavien und Großbritanien. 1966 unternahm er eine Tournee durch 14 afrikanische Länder, in den 1970er Jahren konzertierte er erneut in Afrika sowie in Asien. Steins Repertoire umfasste Werke vom Barock bis zur Moderne. 1937 unternahm er die Erstaufführung der postumen Schubert-Klaviersonaten, die er später auch auf Schallplatte einspielte. Mit seinem Schwager Hansjörg von Löw sowie mit Franzpeter Göbels trat er als Klavierduo auf. 1984 musste Max Martin Stein infolge eines Schlaganfalls seine Karriere aufgeben. Er starb am 9. Dezember 2001 in Düsseldorf.
1. Reger-Bezug
Reger hatte Fritz Stein, den Vater von Max Martin 1901 beim Tonkünstlerfest in Heidelberg durch Karl Straube kennengelernt. 1905 war dann die Verlobte Steins, Margarete Czerny, bei einem Konzert in Mannheim spontan eingesprungen und spielte gemeinsam mit Reger die Beethoven-Variationen op. 86. Im darauffolgenden Jahr wurde Stein zum Universitätsdirektor nach Jena berufen. Dieselbe Position hatte Reger seit 1907 in Leipzig inne. Im selben Jahr kam die zweijährige Adoptivtochter Christa in den Regerschen Haushalt, und dem Ehepaar Stein wurde die Tochter Hedwig Maximiliane geboren. Es hatte sich also eine vergleichbare Lebenssituation bei den beiden Familien ergeben. Zwischen Steins Schwiegervater Vincenz Czerny und Reger, der sich als ausgesprochen kinderlieb erwies, war die scherzhafte Vereinbarung getroffen worden, dass Reger jeweils für ein Pfund Kaviar Patenonkel aller Steinschen Kinder werden solle,1 und so kam Max Martin quasi per Folgevertrag nach seiner Schwester in den Genuss der Patenschaft. Den beiden Stein-Geschwistern widmete Reger die 1915 entstandenen Fünf neuen Kinderliederop.142 Margarethe Stein hat in ihren 1936 erstveröffentlichten Erinnerungen an Reger, die 1955 in einer erweiterten Ausgabe unter dem Titel Stunden mit Max Reger (Berlin 1955) den Patenokel in einem Gedicht (ebda., S. 17) verewigt:
Der Patenonkel
Hört man ein fernes Klappern
Freut sich Reger wie ein Kind;
Oftmals solche großen Männer
Selber wie die Kinder sind. –
"Immer, immer", so erklärt er,
"Will ich Patenonkel werden.
Sind's auch zehne oder noch mehr,
Kinder sind das Glück auf Erden.
Einen Rat jedoch befolgen
müssen Sie, Frau Gretel, mir:
Wenn ein Kindlein Sie erarten,
Spielen fleißig Sie Klavier!
Spielen's Bach und immer Bach,
Beethovensonaten drum nicht minder!
Die mit der Fuge Tag für Tag
's ist die beste Mitgift für die Kinder.
Ist das Kleine angekommen,
Mach ich ihm ein schönes Lied.
Bub und Mädel gleich willkommen,
Da gibt's keinen Unterschied.
Auch zur Taufe komm ich immer,
Nur erbitt ich Kaviar aus;
Fest in Kaviar möcht ich schwelgen,
Das ist halt ein feiner Schmaus!
Ja, ganz toll will ich es treiben,
löffelweis vertilgen ihn.
Lieder will ich dafür schreiben,
's bringt Euch freudigen Gewinn!
Sorgt also, Ihr lieben Freunde,
– Kaviaressen macht nicht satt –
Daß ein solch ergieb'ger Austausch
Findet möglichst oftmals statt.
Object reference
Max Martin Stein, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00122.html, version 4.0, 18th December 2025.
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