Franz Schubert
Dedicatee, Melody composer
- Dedicatee, Melody composer
- –
1.
Während Reger seine Begeisterung für Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms vielfach kundtat, sind Äußerungen, die seine hohe Wertschätzung für Franz Schubert bezeugen, nicht überliefert. Lediglich in seiner Tischrede beim Festbankett des Dortmunder Reger-Fests 1910 zählte er ihn zu den “großen Meister[n], die heißen: Bach, Beethoven, Mozart, Schubert, Schumann, Brahms, Richard Wagner, Richard Strauss”.1 In seiner Wiesbadener Zeit hatte Reger seinen Verleger Augener um Bearbeitungs-Aufträge gebeten und konkretisierte: “Wollten Sie nicht vielleicht Schubert Symphonie in H moll für Pianoforte zu 2 H. arrangiert herausgeben […] ich würde mir die größte Mühe geben u. es so spielbar als nur möglich machen!”2 Augener scheint auf diesen Vorschlag nicht eingegangen zu sein. Die Widmung der frühen Fünf Lieder op. 12 (1893) an die Manen Schuberts drückt seine Verehrung aus. Wohl im Juli (1895) bearbeitete Reger das Divertissement à la hongroise op. 54 (D 818) für Klavier zu zwei Händen Schubert-B1, das erstmals im Rahmen der RWA publiziert wurde.
Vor allem in Regers Konzerten mit der Meininger Hofkapelle fanden Schuberts Werke häufig Berücksichtigung, allen voran die Zwischenakt- und Ballettmusik zu Rosamunde. Bereits zu Beginn seiner Tätigkeit in Meiningen war es Regers Ansinnen, die mit dem Hoforchester gemachten Erfahrungen zu publizieren: “Mit der Firma C. F. Peters (Leipzig) hab’ ich vereinbart, daß all die Erfahrungen, die ich in Meiningen bei klassischen Werken mache in der Instrumentierung, der Symphonien etc., was da eventuell geändert werden muß um es plastischer zu gestalten oder ein Untergehen im Orchester zu vermeiden, daß all diese Erfahrungen als Anhang zu den Partiturausgaben der Firma C. F. Peters veröffentlicht werden.”3 Eine derartige Veröffentlichung wurde nur bei der Zwischenakt- und Ballettmusik zu Rosamunde> Schubert-B5 realisiert. Hierfür übertrug Reger einen Großteil der in seiner Dirigierpartitur gemachten Einträge in eine als Stichvorlage dienende Partitur und fügte auf einem weiteren Blatt den “Meininger Schluß”4 hinzu. Abgesehen von diesem Sonderfall beabsichtigte Reger 1913 “im Laufe der Jahre die meistgesungensten Lieder von Schubert zu instrumentieren u. zwar in einer Besetzung, wie sie jedes selbst das kleinste Orchester aufzuweisen hat. Die Instrumentierung wird so, daß der Sänger resp die Sängerin nie „gedeckt“ wird.”5 Mit Schubert-B2 und Schubert-B3 sind insgesamt 15 Bearbeitungen für Singstimme und Orchester erschienen.
Im Juni 1915 folgten sechs weitere Lieder, die Reger für Singstimme und Orgel bearbeitet hatte (Schubert-B4). Zwar bestätigte Reger am 26. Juni 1915 den Empfang des Honorars von 120 Mark (Brief Hinrichsen, S. 619), doch müssen die an Henri Hinrichsen verehrten Manuskripte heute als verschollen gelten, auch die Lied-Auswahl uns unbekannt.
Object reference
Franz Schubert, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_pers_00009.html, version 4.0, 18th December 2025.
Information
This is an object entry from the RWA encyclopaedia. Links and references to other objects within the encyclopaedia are currently not all active. These will be successively activated.