Meiningen, 25th March 1914

Max Reger to Max Friedlaender

Object type
Letter
Date
25th March 1914 (source)
Sent location
Meiningen
Source location

Senders
  • Max Reger
Recipients

Incipit
Sehr geehrter Herr Geheimrat!
Besten Dank für Ihren frl. Brief, das „Mißverständnis“ […]

Regesta
freut sich, dass das »„Mißverständnis“«ausgeräumt sei • sendet die zurückgehaltenen Manuskripte seiner Bearbeitungen für das »Kaiserliederbuch« [= Korrekturfahnen Nr. 1–5 der Zwölf Chöre WoO VI/26] wieder ein • teilt einige Korrekturen in diesen Bearbeitungen mit • fordert für die zwölf Bearbeitungen 480 Mark Honorar • verzichtet auf das Recht, diese noch bei einem anderen Verlag herausgeben zu können • macht den E. auf seine bei der Universal-Edition erschienenen »Volksliederbearbeitungen« aufmerksam • erklärt, die Korrekturabzüge für das Kaiserliederbuch« nicht erledigen zu können, da er am 27. März in Kur verreise, um seine »sehr arg ruinierten Nerven zu kurieren« • deutet Ungemach in Meiningen an: »lesen Sie Bülow’s Briefwechsel – Band Meiningen – u. dann haben Sie meine Situation hier«
Remarks

das angesprochene »›Mißverständnis‹« betraf die von Reger bearbeiteten Zwölf Chöre WoO VI/26, Regers Beitrag zu einem von Kaiser Wilhelm II angeregten Volksliederbuch für gemischten Chor • als Reger bei Zusendung der ersten Korrekturfahnen (Nr. 1–5) für Harmonisierung und Stimmführung kritisiert worden war, behielt er diese und forderte auch die restlichen Manuskripte zurück • schließlich sandte er die zurückbehaltenen Manuskripte wieder ein und die Bearbeitungen konnten 1915 erscheinen


Publications

1.

Meiningen, Marienstraße 6I
Thüringen, 25. März 1914.

Sehr geehrter Herr Geheimrat!

Besten Dank für Ihren frl. Brief; das „Mißverständnis“ ist also behoben. Anbei finden Sie die von mir zurückbehaltenen Manuskripte; im Lied „Untreue“ [WoO VI/26 Nr. 5] hab’ ich die falsche Stelle mit roten Noten verbessert; es sollen da nur die roten Noten gestochen werden. Im Prinz Eugen, der edle Ritter [Nr. 3], ist die Stelle ebenfalls verbessert. In diesen beiden Fällen hat die Commission Recht; das waren Versehen meinerseits. Im Übrigen müssen die Chöre so gedruckt werden, wie ich sie geschrieben habe.
Sie haben nun 12 Bearbeitungen von mir, was 480 M Honorar für mich ergibt. Bitte, haben Sie die Freundlichkeit, dem preußischen Kultusministerium mitzutheilen, daß ich auf das Recht, die 12 Bearbeitungen neu bei einem anderen Verleger herauszugeben, verzichte; das hieße ja dem Kaiserliederbuch [siehe WoO VI/26] Konkurrenz machen u. das wäre nicht anständig von mir gehandelt. Ich möchte Sie aber dringendst bitten, daß Sie Sich mal meine Volksliederbearbeitungen für gemischten Chor (2 Folgen) [WoO VI/10 und VI/11] Universaledition Wien ansehen!
Ich muß nun am 27. III. nach dem Süden, um meine sehr arg ruinierten Nerven zu kurieren; mir ist da jede Arbeit verboten; also kann ich mit bestem Willen nicht die Korrekturabzüge meiner 12 Bearbeitungen für das Kaiserliederbuch lesen. Ich habe eben in meinem Leben so entsetzlich viel gearbeitet, daß selbst meine Riesennatur mir einen „Streich“ spielt. Außerdem hab’ ich in Meiningen viel Ärger; lesen Sie Bülow’s Briefwechsel – Band Meiningen – u. dann haben Sie meine Situation hier.
Darf ich Sie bitten, mir den Empfang der beiliegenden Manuskripte umgehendst bestätigen zu wollen.
Mit verehrungsvollsten Grüßen
Ihr
ergebenster
Reger

In „Prinz Eugen“ (Seite 2) hab’ ich mehrere Änderungen gemacht, um die langen e im Tenor zu vermeiden. Es muß also so gebracht d.h. gestochen werden, wie im beiliegenden Manuskript verbessert ist.

Object reference

Max Reger to Max Friedlaender, Meiningen, 25th March 1914, in: Reger-Werkausgabe, www.reger-werkausgabe.de/mri_postObj_01000104.html, last check: 20th June 2024.

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